Flatland
- Typ: Entwurf
- Lehrstuhl: Building Lifecycle Management
- Semester: Wintersemester 2010/11
-
Ort:
BLM Labor Geb. 20.40
-
Zeit:
Freitag, 09:45-13:00 wöchentlich
- Beginn: Freitag, 22.10.2010 09:45 BLM Labor Geb. 20.40
- Dozent:
- SWS: 5
- LVNr.: 17557

Technologische Innovationen, neue Materialien, verbesserte Produktionsweisen nehmen seit jeher ihren Einfluss auf die Weiterentwicklung der Architektur. Für Architekten besteht die Herausforderung nicht nur darin, die technischen, funktionalen oder prozessbezogenen Möglichkeiten auszureizen, sondern auch Szenarien zu entwickeln, in welchen die Anwendung der Möglichkeiten eine architektonische Bedeutung oder Substanz bekommt.
Die Entwicklung erster rechnergestützter Entwurfswerkzeuge zu Beginn der 1960er Jahre am MIT konnte über verschiedene Zwischenstufen ab den 1990er Jahren auch in den architektonischen Entwurf- und Planungsprozess einfließen und ist heute ganz selbstverständlich in die praktische Tätigkeit der Architekten integriert. Aktuell sind auch die Verfahren aus dem Bereich des CAM und des Rapid-Prototyping in einer anwenderfreundlichen Produktreife angelangt. Sie sind inzwischen in einem Preissegment angesiedelt, die es auch für Architekten zunehmend interessanter macht, diese Technologien in den Entwurfs-, Planungs- und Fertigungsprozess zu integrieren.
Wir wollen uns bei diesem Entwurf auf einem experimentellen Weg mit diesen Technologien auseinandersetzten und mit Fokus auf ein vorgegebenes Anwendungsszenario verschiedene Prototypen für Möbelstücke entwickeln und fertigen.
In unserem Szenario „MI.KEA“ haben wir die zentralisierte Fertigung und den Vertrieb von Möbeln über Einrichtungshäuser überwunden. Die Möbel für den Massenmarkt bestehen zwar weiterhin zu einem großen Teil aus plattenförmigen Holz- und Schichtwerkstoffen, allerdings liegen diese nur noch als Halbfertigwaren vor. Die Plattenmaterialien sind weiterentwickelte Verbundstoffe, bei denen einzelne Schichten auch spezifische Funktionen übernehmen können. Wichtigster Entwicklungsschritt war dabei die Einbindung flexibler Schichten, die bei entsprechender Perforation der Trägermaterialien als Gelenk, Scharnier oder Verbindungsmittel in Faltkonstruktionen wirken. Die Möbelbeschaffung beginnt mit der Auswahl eines Möbeldesigns aus einer Webdatenbank. Je nach gewünschtem Objekt wird ein entsprechendes Schnittmuster geladen und direkt an einen Fertigungsautomaten gesendet. Die fertigen Möbelstücke liegen dann als 2D-Fläche bereit und können somit raumsparend transportiert werden. Durch entsprechende Faltung entstehen aus 2D-Elementen räumliche Elemente, die gegebenenfalls mit weiteren Elementen ohne Zusatzwerkzeuge zusammengefügt werden. Die Wertschöpfung konzentriert sich dabei im Wesentlichen auf das Design bzw. die Lizenznahme der Schnittmuster und auf den Vertrieb der halbfertigen Plattenerzeugnisse bzw. den Service des Zuschnittautomaten.
Die Aufgabe besteht darin, für das vorgegebene Szenario ein Möbeldesign für ein studentisches Arbeitszimmer zu entwickeln. Die Bearbeitung erfordert dabei die Integration der Ebenen Design, Material, Fertigung, Konstruktion + Tragverhalten, Aufbau und funktionale Anforderungen. Zur Annäherung an das Design und die Konstruktionsmöglichkeiten wird in einem Modellmaßstab 1:2 bis 1:5 mit Pappen und Textilverbindungen gearbeitet. Die Fertigungsparameter werden dabei mit Lasercutter und CNC-Fräse ausgetestet. Als Abgabeleistung soll ein Prototyp 1:1 gefertigt werden. Die Arbeit kann in Gruppen erfolgen, wobei sich jede Gruppe auf eine ausgewählte Möbelfunktion spezialisiert. Übergreifend möchten wir dadurch ein Musterzimmer einrichten und zum Praxistest ausstellen.
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Technologische Innovationen, neue Materialien, verbesserte Produktionsweisen nehmen seit jeher ihren Einfluss auf die Weiterentwicklung der Architektur. Für Architekten besteht die Herausforderung nicht nur darin, die technischen, funktionalen oder prozessbezogenen Möglichkeiten auszureizen, sondern auch Szenarien zu entwickeln, in welchen die Anwendung der Möglichkeiten eine architektonische Bedeutung oder Substanz bekommt.
Die Entwicklung erster rechnergestützter Entwurfswerkzeuge zu Beginn der 1960er Jahre am MIT konnte über verschiedene Zwischenstufen ab den 1990er Jahren auch in den architektonischen Entwurf- und Planungsprozess einfließen und ist heute ganz selbstverständlich in die praktische Tätigkeit der Architekten integriert. Aktuell sind auch die Verfahren aus dem Bereich des CAM und des Rapid-Prototyping in einer anwenderfreundlichen Produktreife angelangt. Sie sind inzwischen in einem Preissegment angesiedelt, die es auch für Architekten zunehmend interessanter macht, diese Technologien in den Entwurfs-, Planungs- und Fertigungsprozess zu integrieren.
Wir wollen uns bei diesem Entwurf auf einem experimentellen Weg mit diesen Technologien auseinandersetzten und mit Fokus auf ein vorgegebenes Anwendungsszenario verschiedene Prototypen für Möbelstücke entwickeln und fertigen.
In unserem Szenario „MI.KEA“ haben wir die zentralisierte Fertigung und den Vertrieb von Möbeln über Einrichtungshäuser überwunden. Die Möbel für den Massenmarkt bestehen zwar weiterhin zu einem großen Teil aus plattenförmigen Holz- und Schichtwerkstoffen, allerdings liegen diese nur noch als Halbfertigwaren vor. Die Plattenmaterialien sind weiterentwickelte Verbundstoffe, bei denen einzelne Schichten auch spezifische Funktionen übernehmen können. Wichtigster Entwicklungsschritt war dabei die Einbindung flexibler Schichten, die bei entsprechender Perforation der Trägermaterialien als Gelenk, Scharnier oder Verbindungsmittel in Faltkonstruktionen wirken. Die Möbelbeschaffung beginnt mit der Auswahl eines Möbeldesigns aus einer Webdatenbank. Je nach gewünschtem Objekt wird ein entsprechendes Schnittmuster geladen und direkt an einen Fertigungsautomaten gesendet. Die fertigen Möbelstücke liegen dann als 2D-Fläche bereit und können somit raumsparend transportiert werden. Durch entsprechende Faltung entstehen aus 2D-Elementen räumliche Elemente, die gegebenenfalls mit weiteren Elementen ohne Zusatzwerkzeuge zusammengefügt werden. Die Wertschöpfung konzentriert sich dabei im Wesentlichen auf das Design bzw. die Lizenznahme der Schnittmuster und auf den Vertrieb der halbfertigen Plattenerzeugnisse bzw. den Service des Zuschnittautomaten.
Die Aufgabe besteht darin, für das vorgegebene Szenario ein Möbeldesign für ein studentisches Arbeitszimmer zu entwickeln. Die Bearbeitung erfordert dabei die Integration der Ebenen Design, Material, Fertigung, Konstruktion + Tragverhalten, Aufbau und funktionale Anforderungen. Zur Annäherung an das Design und die Konstruktionsmöglichkeiten wird in einem Modellmaßstab 1:2 bis 1:5 mit Pappen und Textilverbindungen gearbeitet. Die Fertigungsparameter werden dabei mit Lasercutter und CNC-Fräse ausgetestet. Als Abgabeleistung soll ein Prototyp 1:1 gefertigt werden. Die Arbeit kann in Gruppen erfolgen, wobei sich jede Gruppe auf eine ausgewählte Möbelfunktion spezialisiert. Übergreifend möchten wir dadurch ein Musterzimmer einrichten und zum Praxistest ausstellen.